Vier Leichte Wanderungen in Zagori (Nordgriechenland)
Vier kurze Familienwanderungen in Zagori: Beloi-Aussicht, Papingo-Felspools, Agia Paraskevi, Steinbrücken — jede unter zwei Stunden, in leichten Schuhen machbar.
Zagori hat den Ruf, eine ernsthafte Wanderregion zu sein — und das stimmt. Die komplette Durchquerung der Vikos-Schlucht sind 14 km, 6 Stunden, 900 Höhenmeter mit Ab- und Aufstieg, die wirklich ausdauernde Wanderer fordern. Die Runde um den Astraka-Gipfel über Papingo ist ein Zweitagesunternehmen mit Hochgebirgshütte. Nichts davon haben wir gemacht.
Was wir gemacht haben — mit einer Familiengruppe bestehend aus einer 71-Jährigen, zwei Kindern und einer Wanderin nach einer frisch operierten Knie — waren vier kurze, absolut machbare Wanderungen. Jede dauert unter zwei Stunden, jede bietet eine echte Belohnung (Aussicht, Wasser oder Stein), und jede lässt sich in leichten Turnschuhen ohne Stöcke absolvieren. Das sind die vier, die wir jedem Erstbesucher in Zagori empfehlen würden, der wandern will, ohne eine Expedition zu starten.
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1. Beloi-Aussichtspunkt (von Vradeto) — 1,5 Std. hin und zurück

Start: Dorfplatz von Vradeto, ca. 40 Min. Fahrt von Monodendri. Distanz: 2,8 km hin und zurück. Höhenunterschied: 60 m. Dauer: 1 bis 1,5 Std., je nach Fotoanzahl. Schwierigkeit: Leicht. Ein sanfter Aufstieg auf dem Rückweg. Kinder: Ja, ab ca. 7 Jahren. Am Aussichtspunkt aufpassen — keine Absperrung. — Vollständiger Wanderführer Vikos-Schlucht
Der Beloi-Pfad ist unserer Meinung nach die beste Wanderung in ganz Zagori. Er überquert ein kleines Schafplateau, fällt sanft zu einem felsigen Vorsprung ab und endet auf einer exponierten Steinplattform mit 1.000 m Absturz in die Vikos-Schlucht. An klaren Tagen sieht man die gegenüberliegende Schluchtwand, das Dorf Vikos am Rand, den Gamila-Gipfel und die Astraka-Türme am Horizont.
Der Weg ist ab dem Dorfausgang mit roter Farbe auf Felsen markiert. Folge ihm über einen kleinen Bach (im April trocken) und durch eine rauhe Almwiese. Bis zum allerletzten Abschnitt — die letzten 15 m zum Aussichtspunkt — gibt es keine exponierten Stellen. Dort bricht der Fels senkrecht ab. Geh nicht näher als drei Meter an die Kante; der Stein ist brüchig und unterschnitten.
Wasser und Wind: Nimm eine winddichte Schicht mit, auch im April. Die Plattform ist völlig ungeschützt, und der aufsteigende Schluchtwind kann kräftig sein.
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2. Papingo Felspools (Kolymbithres) — 1 Std. hin und zurück

Start: Dorf Mikro Papingo, 1 Std. Fahrt von Monodendri über spektakuläre Serpentinen. Distanz: 1,8 km hin und zurück. Höhenverlust dann Gewinn: 80 m runter, 80 m rauf. Dauer: 30 Min. hin, 15 Min. an den Pools, 30 Min. zurück. Schwierigkeit: Leicht bis mittel. Der Abstieg über raue Felsen; der Rückaufstieg ermüdet ältere Wanderer. Kinder: Ja, ab ca. 7 Jahren. Das Hochklettern zum letzten Pool ist ein kleines Abenteuer.
Die Kolymbithres sind eine Kette aus drei natürlichen Steinbecken, die ein kleiner Bach in einen glatten weißen Schieferboden gehauen hat. Der Pfad verlässt Mikro Papingo vom Hauptplatz, passiert eine kleine Kapelle und führt in Serpentinen ca. 15 Minuten hinunter zum Bachbett. Folge dem Bach 200 m flussaufwärts, und du erreichst den ersten Pool. Der zweite ist 100 m weiter; der dritte, der größte und tiefste, nochmals 80 m dahinter.
Im April war das Wasser etwa 7 °C kalt — kein Badewetter. Die meisten von uns saßen einfach auf den warmen Steinen mit den Füßen im Wasser. Im Juli soll das Wasser erträglich sein, wenn auch frisch.
Der Rückaufstieg ist der anstrengendste Teil der Wanderung. Lass dir Zeit; es eilt nicht, und das Café auf dem Platz von Mikro Papingo belohnt die Mühe.
3. Kloster Agia Paraskevi (von Monodendri) — 45 Min. hin und zurück

Start: Dorf Monodendri, am Ende der Hauptstraße. Distanz: 1,2 km hin und zurück. Höhe: Flach, gepflasterter Weg. Dauer: 15 Min. hin, 15 Min. am Kloster, 15 Min. zurück. Schwierigkeit: Sehr leicht. Gepflastert. Kinder: Ja, jedes Alter. Die ersten 600 m rollstuhlgerecht; der letzte Abschnitt hat ein kurzes Kopfsteinpflasterstück.
Der Weg zum Kloster Agia Paraskevi ist kaum eine Wanderung — 15 Minuten auf einem flachen gepflasterten Pfad durch Eichenwald — aber das Ende ist einer der eindrücklichsten Momente in ganz Zagori. Der Weg endet vor einem kleinen Kloster aus dem 15. Jahrhundert, das auf einem schmalen Felsgesims am Rand der Vikos-Schlucht gebaut wurde. Von der Terrasse hinter dem Kloster schaust du 900 m senkrecht in die Schlucht. Es gibt eine niedrige Steinbrüstung. Völlig sicher.
Für Mutige und Sportliche führt ein schmaler Gesimspfad vom Kloster entlang der Felswand weitere 800 m, mit einem Abstieg von ca. 40 m unter den Rand. Wir sind 10 Minuten gegangen und umgekehrt — einem von uns war die Exposition zu viel. Für Kinder ungeeignet, und wer unter Schwindel leidet, sollte beim Kloster bleiben.
Agia Paraskevi ist im Sommer tagsüber geöffnet; im April war es bei unserer Ankunft am Nachmittag geschlossen, aber die Terrasse ist jederzeit zugänglich.

4. Kokkori-Brücke und Plakidas-Brücke — 40 Min. zusammen

Start: Parkstreifen an der Straße Dilofo-Kipoi, 15 Min. Fahrt von Monodendri. Distanz: 400 m hin und zurück für Kokkori; 300 m für Plakidas (separate Stopps 3 km auseinander). Höhe: Kaum vorhanden. Dauer: 20 Min. pro Brücke. Schwierigkeit: Sehr leicht. Flache Schotterwege. Kinder: Ja. Beide Brücken sind bei jüngeren Kindern sehr beliebt.
Zagori hat rund 40 alte Steinbogenbrücken — gebaut von epeirotischen Kaufleuten des 18. Jahrhunderts, um die Gebirgsbäche auf ihren Handelswegen zu bändigen. Die beiden meistfotografierten, Kokkori und Plakidas, sind beide von der Straße aus sichtbar, lohnen aber den kurzen Weg hinunter.
Kokkori (auch als Noutsos bekannt) ist eine Drei-Bogen-Brücke über einen Zufluss des Voidomatis. Plakidas ist eine kompaktere Einzelbogen-Brücke über einen ähnlichen Bach 3 km entfernt. Beide haben kleine Schotterwege zum Bachbett; Plakidas hat sogar Trittsteine zum Überqueren.
Plane die Besuche für den späten Nachmittag — die tiefstehende Sonne trifft die Steinbögen und liefert die besten Fotos. Mit älteren Kindern sind die Steine am Bach eine natürliche Einladung für eine Stunde Steinewerfen und Dämme bauen.
Kann man alle vier an einem Tag machen?
Ja, mit engem Zeitplan. Der Tagesablauf:
- 08:30 Abfahrt von Monodendri zum Kloster Agia Paraskevi (45 Min. hin und zurück). - 09:30 40 Min. Fahrt nach Vradeto für Beloi (1,5 Std. Wanderung + Fahrten). - 12:00 Mittagessen in Vradeto oder Tsepelovo. - 13:30 Fahrt zu den Brücken Kokkori und Plakidas (40 Min.). - 15:00 1 Std. Fahrt nach Mikro Papingo. - 16:00 Felspools (1 Std. Wanderung). - 17:30 Kaffee und Kuchen auf dem Platz von Mikro Papingo. - 18:30 Rückfahrt nach Monodendri (oder zweite Nacht in Papingo).
Das ist ein voller Tag mit ca. 2 Std. 45 Min. Fahrt. Mit kleinen Kindern würden wir das nicht empfehlen — die Fahrerei kostet Nerven. Eine entspanntere Version verteilt die Wanderungen auf zwei Tage: Beloi plus Kokkori/Plakidas an Tag eins, Felspools plus Agia Paraskevi an Tag zwei.
Was anziehen und mitnehmen
Zagori ist ein Gebirge mit schnell wechselndem Wetter. Für diese leichten Wanderungen im April:
- Schuhe: Trailrunner oder leichte Wanderschuhe. Turnschuhe gehen, können aber auf nassem Stein rutschen. - Lagen: Eine winddichte Jacke ist das Einzige, was wirklich nötig ist. Die Temperatur kann zwischen einem Tal und einem Aussichtspunkt um fünf Grad sinken. - Wasser: 1 Liter pro Person. Keine der Wanderungen hat Trinkwasser unterwegs. - Snack: Pitas von der Bäckerei in Monodendri oder Kipoi sind gut mitzunehmen. - Kamera/Smartphone: Logisch. Das Licht ist zwischen 08:00-10:00 und 17:00-Sonnenuntergang am schönsten. - Ein kleines Erste-Hilfe-Set im Auto — nicht im Rucksack. Die Wanderungen erfordern es nicht, aber ein Ausrutscher auf den Felsenpools ist die einzige plausible kleine Verletzung.
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Brauche ich einen Guide?
Nein. Alle vier Wanderungen sind gut markiert, gut besucht und risikoarm. Lokale Guides gibt es (eine halbtägige Wanderung kostet 30–50 € pro Person) und lohnt sich, wenn du unterwegs Ortsgeschichte erfahren willst — die Steinbrücken faszinieren, sobald man weiß, warum sie genau dort gebaut wurden. Für die Wanderungen selbst braucht man keinen Guide.
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Anreise
Zagoris Steindörfer klammern sich an das Pindus-Gebirge im Nordwesten Griechenlands, drei bis vier Autostunden von Thessaloniki (SKG) oder dem Flughafen Ioannina (IOA). SKG hat mehr internationale Verbindungen; wir fliegen meist dorthin, nehmen den Mietwagen und machen einen Umweg über Meteora. — Mietwagen in Nordgriechenland
FAQ
Welche Wanderung ist die beste, wenn man nur eine machen kann? Beloi. Die Aussicht ist außergewöhnlich und die Strecke kurz.
Sind die Wege markiert? Ja, alle vier sind Teil des offiziellen Zagori-Wandernetzes und gut ausgeschildert.
Sind die Wanderungen für kleine Kinder geeignet? Die Felspools und die Brücken ja; Beloi ab ca. 7 Jahren; Agia Paraskevi auch für Kleinkinder.
Braucht man eine Genehmigung? Nein. Alle vier sind kostenlos und das ganze Jahr zugänglich.
Welcher Monat ist am besten? Ende April bis Anfang Juni und Mitte September bis Mitte Oktober. Juli/August ist in den Tallagen heiß; im Winter kann die Papingo-Straße gesperrt sein.