Lanzarote mit Kindern: Roadtrip-Guide

Lanzarote ist anders als jeder Mittelmeer-Ort. Schwarze Lavafelder, rostrote Vulkane, türkise Buchten und weiße Dörfer — unser Familien-Guide deckt die ganze Insel ab.

Luftaufnahme der Vulkanküste von Lanzarote

Lanzarote ist anders als alles andere in Europa. Eine Insel aus schwarzen Lavafeldern, rostroten Vulkanen, türkisfarbenen Buchten und weiß getünchten Dörfern — du hast eher das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu landen, als in den Urlaub zu fahren. Die Vulkanausbrüche der 1730er Jahre haben die Landschaft so radikal umgeformt, dass weite Teile der Insel noch heute aussehen, als wäre die Lava gestern erkaltet.

Wir haben hier eine Woche im Februar 2022 verbracht und die Insel mit den Kindern von einer Spitze zur anderen befahren. Lanzarote ist einer dieser seltenen Orte, an denen Kunst, Natur und Geologie aufeinanderprallen — vor allem dank César Manrique, dem hiesigen Künstler, der die Insel in eine Freiluftgalerie verwandelt hat, indem er seine kühnsten Werke direkt in die vulkanische Landschaft baute. Hier ist unser kompletter Familien-Guide für Lanzarote.

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Warum Lanzarote?

Lanzarote ist besonders, weil sich die Insel anders entwickelt hat als jedes andere Mittelmeerziel. Die meisten beliebten Inseln sind vom Tourismus geformt worden — Strände mit Resorts vollgebaut, Kulturstätten für Besucher verpackt, Landschaften kommerzialisiert. Lanzarote hat einen anderen Weg gewählt. Der Künstler César Manrique hat die Inselregierung überzeugt, dass nachhaltiger Tourismus die Landschaft achtet und aufwertet, statt sie zu beherrschen. Das Ergebnis: weite Teile Lanzarotes wirken nach wie vor wild, authentisch und unverwechselbar.

Die Insel ist klein — du fährst sie in einer Stunde von Ende zu Ende — aber bemerkenswert vielfältig. Innerhalb weniger Kilometer wechselst du von Sandstränden zu Lavafeldern, von tropischen Palmtälern zu Klippenpanoramen, vom Weinland zu Künstlerrückzugsorten. Diese Vielfalt macht sie ideal für Familien, die Erholung und Abenteuer in einem suchen.

Luftaufnahme des Strands von Costa Teguise mit goldenem Sand, türkisfarbenem Wasser und Vulkanbergen im Hintergrund — Lanzarote
Luftaufnahme des Strands von Costa Teguise mit goldenem Sand, türkisfarbenem Wasser und Vulkanbergen im Hintergrund — Lanzarote

Die Hauptregionen der Insel

Lanzarote teilt sich von Natur aus in drei eigene Regionen, jede mit eigenem Charakter:

Süden: Strände und versteckte Buchten

In den Süden zieht es Familien für den Strandurlaub. Die langen Sandstrände von Puerto del Carmen und Playa Blanca bieten alles, was Familien brauchen — Restaurants, Strandbars, Wassersport, ruhiges Wasser. Aber der Süden hat auch ruhigere Alternativen: die türkisfarbenen Buchten von Papagayo sind perfekt zum Schnorcheln, und die surreale grüne Lagune am El Charco de los Clicos zählt zu den unvergesslichsten Anblicken Lanzarotes.

Lies unseren kompletten Guide zum Süden Lanzarotes

Mitte: Vulkane und Kunst

Die Mitte ist die spektakulärste Region der Insel. Der Nationalpark Timanfaya enthält eine der außerirdischsten Landschaften Europas — riesige Felder erstarrter Lava bis zum Horizont. Die einzigartige Weinregion La Geria bringt Malvasía Volcánica unter Bedingungen hervor, die es sonst nirgendwo gibt. Und die architektonischen Meisterwerke César Manriques — der Jardín de Cactus, die Fundación Manrique, Mirador del Río — sind über die Vulkanlandschaft verstreut.

Lies unseren kompletten Guide zur Inselmitte

Norden: Klippen und Drama

Der Norden ist die dramatischste Region Lanzarotes. Der Risco de Famara — eine Klippenwand, die 500 Meter senkrecht aus dem Meer aufsteigt — bestimmt die Landschaft. Vom Klippenrand siehst du die Nachbarinsel La Graciosa und die türkisfarbene Meerenge dazwischen. Haría, ein Dorf in einem palmenbestandenen Tal, bildet einen kompletten Kontrast zum vulkanischen Umland.

Lies unseren kompletten Guide zum Norden Lanzarotes

Wo solltest du dich einquartieren?

Lanzarote ist klein genug, dass deine Wahl der Basis weniger ins Gewicht fällt als auf größeren Inseln — du erreichst jedes Ziel in unter einer Stunde. Manche Standorte passen aber besser zu bestimmten Reisestilen:

Costa Teguise liegt zentral und hat gute Strände — eine ideale Wahl für Familien, die alle Regionen erreichen wollen. Es ist weniger bebaut als Puerto del Carmen und wirkt entspannter.

Luftaufnahme des Dorfs Teguise mit weißen Häusern verstreut über Vulkanlandschaft und Bergen im Hintergrund — Lanzarote
Luftaufnahme des Dorfs Teguise mit weißen Häusern verstreut über Vulkanlandschaft und Bergen im Hintergrund — Lanzarote

Playa Blanca im Süden ist top, wenn du Strandurlaub willst und gleichzeitig Tagesausflüge zum Timanfaya und in die Inselmitte machen möchtest.

Puerto del Carmen ist der bekannteste Ferienort, mit der größten Auswahl an Restaurants und Nachtleben. Passt, wenn du klassisches Strandresort-Feeling suchst.

Arrecife, die Hauptstadt, ist nüchtern, hat aber gute Fährverbindungen und Zugriff auf alle Regionen.

Rechne mit 70–120 € pro Nacht für eine komfortable Ferienwohnung oder Villa zur Selbstversorgung. Die eigene Küche gibt dir Flexibilität bei den Mahlzeiten — gerade mit kleinen Kindern wertvoll.

Vorschlag für 5–7 Tage

Tag 1: Ankunft, einrichten, deinen lokalen Strand erkunden.

Tag 2: Fahrt in den Nationalpark Timanfaya. Vormittags die selbst gefahrene Strecke durch die Lavafelder, dann die inkludierte Bustour. Mittagessen im Restaurant El Diablo, wo über vulkanischer Hitze gegrillt wird.

Tag 3: Weinregion La Geria erkunden. Eine Bodega für Weinprobe und Mittagessen, anschließend zum Jardín de Cactus.

Tag 4: Wanderung auf die Caldera Blanca (oder ein kürzerer Vulkanpfad, falls du das vorziehst). Nachmittags Besuch der Fundación César Manrique.

Tag 5: Nordfahrt nach Haría. Palmtal erkunden, Mirador del Río besuchen, Aussicht über die Famara-Klippen genießen.

Tag 6: Tagesausflug nach La Graciosa oder die Nordstrände erkunden (Famara ist top zum Spazieren bei Ebbe). Abends an einem Klippenaussichtspunkt zum Sonnenuntergang.

Tag 7: Entspannen am Strand deiner Wahl, schwimmen, lesen, für die Abreise packen.

César Manrique: der Künstler, der die Insel geformt hat

César Manrique ist zentral, um Lanzarote zu verstehen. 1919 auf der Insel geboren, wurde er Architekt und Künstler mit einer radikalen Vision: Bebauung soll die Landschaft aufwerten, niemals erdrücken. Er überzeugte die Inselregierung, Gesetze zum Landschaftsschutz und zur Bauhöhenbegrenzung zu verabschieden. Anschließend errichtete er eine Reihe markanter Gebäude — Restaurants, Aussichtspunkte, Museen — die zeigen, wie Architektur sich in die Natur einfügen kann, statt sie zu stören.

Wer Manriques Schöpfungen besucht — die Fundación, den Jardín de Cactus, Mirador del Río, das Restaurant am Timanfaya — bekommt Einblick in eine einzigartige Künstlervision. Jedes Gebäude wirkt zu Hause in der Lavalandschaft. Jedes hebt das Erlebnis des Ortes. Genau deshalb fühlt sich Lanzarote anders an als andere Urlaubsziele.

Panoramablick auf die Nordküste Lanzarotes von Teguise aus mit Vulkanbergen, goldenen Klippen und dramatischer Landschaft unter blauem Himmel — Lanzarote
Panoramablick auf die Nordküste Lanzarotes von Teguise aus mit Vulkanbergen, goldenen Klippen und dramatischer Landschaft unter blauem Himmel — Lanzarote

Praktische Infos

Anreise

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Lanzarotes Flughafen César Manrique (ACE) hat Direktflüge aus den meisten europäischen Städten. Vergleiche unten Flüge nach Lanzarote.

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Ein Mietwagen ist Pflicht. Der öffentliche Verkehr auf der Insel ist begrenzt, und die besten Erlebnisse erfordern Fahrten zwischen verstreuten Dörfern und Aussichtspunkten. Miete einen Wagen am Flughafen Lanzarote

Beste Reisezeit

Lanzarote hat ganzjährig Sonne, mit Temperaturen zwischen 18 °C und 30 °C. Der Winter (November–März) ist ideal für Wandern und Sightseeing — warm genug für den Strand, nicht zu heiß für aktives Erkunden. Der Sommer ist heißer und voller, mit Höchstpreisen im Juli und August. Im Februar, als wir da waren, war es perfekt — sonnig, Mitte zwanzig Grad und ruhig.

Budget

Lanzarote ist preislich moderat für ein europäisches Ziel. Rechne ungefähr mit:

- Unterkunft: 70–120 € pro Nacht - Restaurantessen: 15–25 € - Eintrittspreise: 7–25 € - Mietwagen: 25–40 € pro Tag - Aktivitäten und Touren: 20–50 € pro Person

Eine vierköpfige Familie kommt mit 150–200 € pro Tag bequem aus, inklusive Unterkunft, Essen, Mietwagen und Aktivitäten.

Attraktionen buchen

Viele beliebte Sehenswürdigkeiten haben Zeitfenster-Tickets, vor allem im Sommer. Im Voraus buchen für:

- Nationalpark Timanfaya (vormittags ist meist noch was frei) - Jardín de Cactus - Manrique-Stätten - Weintouren - Schnorchel- und Wassersport-Aktivitäten

In der Nebensaison (November–März) ist Vorbuchen meist nicht nötig.

FAQ

F: Eignet sich Lanzarote für Familien mit kleinen Kindern? A: Hervorragend. Die Strände bei Playa Blanca sind geschützt und sicher, die Manrique-Stätten faszinieren in jedem Alter, und die Vulkanlandschaft macht die ganze Insel zum Abenteuer. Die meisten Wanderungen sind ab etwa 6 Jahren machbar.

F: Wie viele Tage braucht man auf Lanzarote? A: Eine Woche ist ideal. Mindestens fünf Tage solltest du einplanen, um die Highlights ohne Hetze zu sehen — Timanfaya, die Manrique-Stätten, die Famara-Klippen, die Strände und einen Bodega-Besuch. Ein langes Wochenende reicht, wenn du dich auf das Wichtigste konzentrierst.

F: Geht es auf Lanzarote nur um Vulkane? A: Die Vulkanlandschaft ist der Aufhänger, aber es gibt viel mehr — schöne Strände, gutes Essen, Manriques Kunst-Architektur, eine einzigartige Weinregion und die Nachbarinsel La Graciosa für einen Tagesausflug. Für seine Größe ein erstaunlich vielseitiges Ziel.

F: Kann ich La Graciosa von Lanzarote aus besuchen? A: Ja. Fähren fahren regelmäßig ab Órzola an der Nordspitze. Die Überfahrt dauert rund 25 Minuten, und La Graciosa ist autofrei mit unberührten Stränden und super Schnorcheln. Buche einen Tagesausflug per Segelboot nach La Graciosa

F: Welche Combo-Tour lohnt sich bei kurzem Besuch? A: Buche eine Combo-Tour Timanfaya plus La-Geria-Weinprobedeckt zwei Highlights an einem Tag ab.

Unterkunft finden

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