Wandern in den französischen Alpen mit Kindern: Saint-Gervais & Megève
Almwiesen voller Wildblumen, Bergseen, die du dir ehrlich erarbeitest, und Drohnenblicke, die die Welt wie ein Modell aussehen lassen. So sieht Familienwandern in den französischen Alpen wirklich aus.
Es liegt eine besondere Befriedigung darin, Kinder dabei zu beobachten, wie sie entdecken, dass ihre Beine sie an Orte tragen können, die die meisten Erwachsenen nie aufsuchen. In den französischen Alpen rund um Saint-Gervais-les-Bains und Megève sind die Wege fordernd genug, um sich nach echten Abenteuern anzufühlen, aber lohnend genug, dass das Jammern in dem Moment aufhört, in dem sich der Blick öffnet.
Wir haben mehrere Tage in den Höhenlagen rund um Chamonix' weniger berühmte Nachbarn gewandert — die grünen Täler oberhalb von Saint-Gervais, die weiten Grate am Col de Joly und die bewaldeten Hänge über dem Lac d'Annecy. Die Kinder, damals 9 und 13 Jahre alt, haben jede Tour mit einer Ausdauer gemeistert, die selbst uns überrascht hat. Und die Drohne war mit dabei und hat Szenen festgehalten, die kein Wanderfoto einfangen kann.
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Höhenlagen Saint-Gervais: Bergseen und grüne Täler
Das Gebiet oberhalb von Saint-Gervais-les-Bains, an der Westflanke des Mont-Blanc-Massivs, ist Wandergebiet vom Feinsten — weniger überlaufen als das Tal von Chamonix, grüner und mit einem Gefühl von Weite, das der enge Korridor von Chamonix nicht bieten kann. Wenn du eine geführte Wanderung mit einem professionellen Bergführer machen willst, sind hier mehrere Anbieter ansässig.
Unsere Tour ist auf rund 2 250 Meter gestiegen, durch alpine Wiesen hinauf zu einem atemberaubenden türkisfarbenen Bergsee, der zwischen grasbewachsenen Hängen liegt. Das Wasser war kalt genug, um das Waten kurz zu halten, aber die Kulisse — Berge, die sich auf der stillen Oberfläche spiegeln, Stille bis auf das ferne Klingeln der Kuhglocken — war einer dieser Momente, die bei dir bleiben.
Die wahre visuelle Offenbarung kam, als die Drohne aufstieg. Aus 2 100 Metern zeigten die Aufnahmen das gesamte Tal unter uns — ein riesiges grünes, von Gletschern geschaffenes Amphitheater, mit Wanderwegen, die sich wie weiße Fäden durch die Wiesen ziehen, und dem Mont-Blanc-Massiv, das in der Ferne aufragt, seine Gletscher selbst im Mittagslicht glänzend.

Wildblumenpfade und Mont-Blanc-Blicke
Der Abstieg vom See führte uns einen Gratweg entlang, gesäumt von rosa-violettem Schmalblättrigem Weidenröschen in voller August-Blüte. Die Blumen bildeten einen farbigen Vordergrundteppich vor dem tiefen Tal und dem schneebedeckten Mont-Blanc dahinter — eine dieser Szenen, die keine Planung erzwingen kann. Du musst einfach zur richtigen Zeit dort sein.

Der Weg führte weiter über sanftes alpines Gelände, mit Mont-Blanc-Blicken, die sich ständig veränderten. Jede Wegbiegung bot eine leicht andere Komposition — hier mehr Gletscher, dort mehr Schatten, immer derselbe unmöglich weiße Gipfel, der den Horizont beherrscht.
Drohnen-Blicke: Fünf Flüge über den Alpen
Das war der Tag, an dem wir das meiste aus der Drohne herausgeholt haben, mit fünf Flügen von verschiedenen Punkten der Tour aus. Die Luftperspektiven verwandelten vertraute Bergszenerien in etwas fast Abstraktes — die Größe der Täler, das Muster der Wege, wie das Licht auf die verschiedenen Hänge fiel.

Ein Flug erwischte eine einsame Berghütte an einem Hang, mit einem Stausee in der Ferne — die Art Szene, bei der dir bewusst wird, wie viel Wildnis es noch wenige Stunden von Großstädten entfernt gibt.
Region Megève: Gratwanderungen auf 2 400 Metern
Ein paar Tage später haben wir uns an eine anspruchsvollere Wanderung in den Höhenlagen oberhalb von Megève gewagt und Grate auf fast 2 420 Metern erreicht. Das Gelände hier ist anders als auf der Chamonix-Seite — breiter, offener, mit weiten Almwiesen, die Ende August golden werden.
Der Weg folgte einer Reihe von Graten mit ständig wechselnden Ausblicken. Auf der einen Seite breiteten sich die grünen Täler und Dörfer um Megève wie eine Karte aus. Auf der anderen säumten ferne Gipfel — darunter die unverkennbare Silhouette des Mont-Blanc — den Horizont.

Das 360°-Panorama am Pass
Der Höhepunkt war das Erreichen eines Passes auf rund 2 384 Metern, wo sich der Weg zu einem vollen 360-Grad-Panorama öffnet. Links verankert das Mont-Blanc-Massiv den Blick mit seinen Gletschern und seinem Schnee. Geradeaus rollen grüne Almwiesen zu fernen Graten hinaus. Rechts schneidet ein scharfer pyramidenförmiger Gipfel — höchstwahrscheinlich die Aiguille Croche — gegen den blauen Himmel. Wege schlängeln sich in beide Richtungen über die Grate und laden zur Erkundung ein.

Die Drohnenflüge aus diesem Gebiet haben die Landschaft in voller Größe eingefangen — kurvige Bergstraßen, weite Almen mit Wegen durchzogen und der See, der in der dunstigen Ferne sichtbar war.

Talerkundungen: Dörfer und Drohnenflüge
Nicht jeder Tag muss ein Gipfelsturm sein. Einige der lohnendsten Momente kamen in geringerer Höhe — beim Entdecken von Dörfern, beim Fliegen der Drohne über unerwartete Landschaften und beim einfachen Aufsaugen der Alpenatmosphäre.
Ein Alpendorf von oben
An einem späten Nachmittag lieferte ein Drohnenflug über ein Dorf am Fuß hoch aufragender Kalksteinwände ein Bild, das fast wie ein Gemälde aussieht — rot gedeckte Häuser, grüne Wiesen, eine Kirche und die massiven Felswände der Berge dahinter. Das goldene Abendlicht gab der ganzen Szene eine Wärme, die Bodenfotografie schlicht nicht einfangen kann.

Tipps zum Wandern mit Kindern in den französischen Alpen
Nach mehreren Tagen Wandern mit Kindern (9 und 13) in den Alpen, hier ein paar konkrete Erkenntnisse:
Früh starten. Die Berge heizen sich im August schnell auf. Aufbruch um 9 Uhr bedeutet, dass du in der Höhe bist, bevor die Mittagssonne unangenehm wird, und du bist zum späten Mittagessen wieder im Tal.
Mehr Wasser einpacken, als du denkst. Oberhalb der Baumgrenze gibt es kaum Wasserstellen. Wir trugen zwei Liter pro Person auf längeren Touren, und an heißen Tagen war das gerade so genug.
Lass die Aussicht motivieren. Statt Belohnungen am Ende zu versprechen, zeige Punkte unterwegs — „Siehst du den See? Da sind wir in zwanzig Minuten." Kleine, sichtbare Ziele halten Kinder in Bewegung.
Investiere in richtige Schuhe. Die Wege rund um Saint-Gervais und Megève haben felsige Abschnitte, auf denen Sandalen oder Sneaker eine Qual wären. Knöchelhohe Wanderschuhe haben für die Jüngere einen echten Unterschied gemacht.
Bring die Drohne mit. Das ist streng genommen kein Familien-Wandertipp, aber die Luftaufnahmen haben der Reise eine völlig neue Dimension gegeben. Die Kinder waren fasziniert davon, ihre Wanderrouten von oben zu sehen, und die Bilder gehören zu unseren besten. Wenn du keine Drohne hast, denk an einen Panoramaflug oder eine Hubschraubertour, um ähnliche Luftperspektiven der Landschaft einzufangen.
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Praktische Infos
Anreise
Saint-Gervais-les-Bains liegt etwa 25 Autominuten westlich von Chamonix. Megève ist weitere 20 Minuten südlich. Beide sind über die Autobahn A40 von Genf aus erreichbar (rund 1,5 Stunden). Die Wanderparkplätze erreicht man typischerweise über kurze Fahrten auf Bergstraßen vom Haupttal aus. Buche einen Mietwagen, um abgelegene Startpunkte zu erreichen und zwischen den Wandergebieten zu wechseln.
Saint-Gervais und Megève liegen im Mont-Blanc-Tal, eine Stunde vom Flughafen Genf (GVA) entfernt — der bequemste Einstieg in die französischen Alpen für internationale Reisende. GVA hat Direktflüge aus den meisten europäischen Hauptstädten und mehreren US-Städten; alternativ ist Lyon (LYS) 2,5 Stunden entfernt und aus Südeuropa oft günstiger.
Beste Wege für Familien
Die Wanderwege in den Höhen von Saint-Gervais (Start ab Seilbahnstationen oder Parkplätzen an Bergstraßen) bieten moderate Touren mit Höhenunterschieden von 300–600 Metern. Die Grate von Megève sind etwas anspruchsvoller, aber gut markiert. Plane 4–6 Stunden für eine Tagestour inklusive Pausen.
Budget
Das Parken an den Wanderparkplätzen ist meist kostenlos oder kostet 3–5 €. Wenn du Seilbahnen nutzt, um Höhe zu gewinnen, rechne mit 15–25 € pro Erwachsener und Fahrt. Saint-Gervais und Megève bieten Unterkünfte vom Berg-Gîte (60–90 €/Nacht) bis zum Luxuschalet. Pack dir Picknickvorräte aus den Talsupermärkten ein — Essen in den Höhenhütten ist teuer (12–18 € für eine einfache Mahlzeit).
Mehr Familienabenteuer
Wenn du weitere Wanderungen mit Kindern planst, halten diese Bergziele, was sie versprechen:
FAQ
F: Sind die Wanderungen rund um Saint-Gervais für jüngere Kinder geeignet? A: Die meisten Wege eignen sich für Kinder ab 7 Jahren mit etwas Wandererfahrung. Die Pfade sind gut markiert und meist nicht technisch, einige Abschnitte sind aber steil. Jüngere Kinder brauchen bei langen Abstiegen vielleicht Zuspruch.
F: Braucht man spezielle Ausrüstung zum Wandern in den französischen Alpen? A: Wanderschuhe mit Knöchelschutz, Sonnenschutz (Hut, Creme, Brille) und wasserdichte Schichten sind unverzichtbar. Trekkingstöcke helfen beim Abstieg. Für die in diesem Artikel beschriebenen Wege ist keine Technikausrüstung nötig.
F: Darf man in den französischen Alpen eine Drohne fliegen? A: Die Drohnenregeln in Frankreich verlangen eine Registrierung und die Einhaltung lokaler Vorschriften. Viele Gebiete in den Alpen erlauben Freizeitflüge unter 120 Metern, aber Nationalparks und bestimmte Schutzzonen können Beschränkungen haben. Prüfe immer die örtlichen Regeln vor dem Flug.
F: Wie hoch ist das Höhenkrankheits-Risiko für Kinder? A: In den hier beschriebenen Höhen (1 500–2 400 m) ist Höhenkrankheit selten, aber möglich. Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erschöpfung. Langsam aufsteigen und gut hydriert bleiben hilft. Treten Symptome auf, reicht meist ein Abstieg um wenige Hundert Meter, um sie schnell zu beheben.